Systemische Impulse für bewusste Paarbeziehungen
Hallo und herzlich willkommen bei Gut im Beziehung. Auch heute nehme ich dich mit auf
einen kleinen Weitspaziergang. Vielleicht hast du Feierabend und nutzt die Zeit, um die Woche
hinter dir zu lassen und dir einen kleinen Impuls für deine Beziehung mitzunehmen. Heute
soll es darum gehen, wie wir nähebewusster gestalten können. Vielleicht kennst du dieses
Gefühl, dass du mit jemandem zusammenlebst und ihr Zeit miteinander verbringt, aber ihr gleichzeitig
das Gefühl habt, so richtig nahe sind wir uns trotzdem nicht. Und ich glaube, wenn wir das ändern
wollen, dann sollten wir an zwei Dinge denken, an zwei Räume, über die ich jetzt kurz sprechen möchte.
Ein Raum im Inneren, in uns selbst, in unserem Herzen und ein Raum im Äußeren,
da wo wir uns tatsächlich begegnen. Der äußere Raum, das ist da, wo Nähe entstehen kann. Da,
wo wir uns treffen, wo wir uns begegnen. Und Nähe, die braucht Gelegenheit. Gelegenheit,
um entstehen zu können. Und genau das passiert in solchen Räumen. Das heißt,
Nähe entsteht auch nicht einfach so, sondern wir müssen sie einladen. Und das kann ein
Armspaziergang sein, das kann der Tee zusammen beim Frühstück sein, das kann der Abstiegskuss sein,
das können diese vielen kleinen Begegnungen sein, die wir im Alltag miteinander genießen können.
Es können aber auch größere Sachen sein. Sachen wie ein Date mit deinem Lieblingsmenschen,
ein Urlaub vielleicht. Man kann sich lieben und sich doch dauerhaft verpassen, wenn man es nicht
schafft, diese Räume für sich zu nutzen. Und deswegen ist mein Vorschlag für dich,
lieber kleine Räume, kleine Gelegenheiten nutzen, um sich zu begegnen, Anstatt immer auf
die Großen zu warten und damit ganz viel Nähe zu verpassen. Damit in diesem Raum im Außen
tatsächlich Nähe entstehen kann, brauchen wir einen zweiten Raum. Und das ist der Raum in uns
selbst, der Platz, wo mein Lieblingsmensch in meinem Herzen sitzt. Das heißt, ich denk an dich,
ich vermiss dich, ich werde jetzt gerne näher. Und dieses Gefühl im Alltag zu kultivieren,
wenn wir uns nicht sehen, das bedeutet es, meinem Lieblingsmenschen einen Raum in mir selbst einzuräumen.
Das heißt, Nähe entsteht auch dann, wenn der andere gar nicht da ist, aber eher in mir
gegenwärtig ist, wenn es diesen Raum in mir drin gibt. Und diese innere Nähe, die ist Voraussetzung
dafür, dass wir dann auch die Zeiten, wenn wir uns tatsächlich begegnen, gut miteinander nutzen
können und damit da Nähe entstehen kann. Und in Studien hat sich gezeigt, dass Paare, die einander
diesen emotionalen Raum geben, die Nachfragen, die für den anderen da sind, die den anderen
mitdenken, dass die viel mehr Sicherheit in ihrer Beziehung erleben. Dass da mehr Nähe und mehr
Zufriedenheit da ist. Und gerade in längerem Beziehung ist dieser innere Raum auf das Erste,
was verloren geht, nicht weil die Liebe fehlt, sondern weil der Alltag einfach viel zu laut geworden ist.
Nähe braucht deshalb beides. Ein Raum im Außen und die innere Aufmerksamkeit für den anderen.
Wenn du jetzt fragst, Mensch, ich hätte gerne mehr Nähe in meiner Beziehung. Wie kann ich das
bewusster gestalten, dann wäre meine Idee dazu, dass du mit deinen inneren Raum anfängst, dass du
versuchst, deinem Lieblingsmenschen mehr Platz in deinem Herzen einzuräumen. Ist so, öfter an
ihn oder sie denkst, dass du seine Sorgen und Gedanken mitträgst. Dass du versuchst, auch in
deinem Eiltag deinem Gegenüber nahezu sein. Und ich möchte ein Laden darüber nachzudenken, wo
in deinem Eiltag, vielleicht auch in deinem beruflichen Eiltag, denn dafür Platz wäre. Welche Zeiten,
welche Orte wurden sich anbieten, um ein Stück weit deinen Lieblingsmenschen mit dir zu tragen
in deinem Inneren. Und ich will dich auch ein Laden zu überlegen, wo du heute deinem Lieblingsmenschen,
denn am liebsten begegnen wollen würdest, so dass Nähe zwischen euch entstehen kann. Ich wünsche dir
von Herzen, dass dir das gelingt und dass du heute dieses Gefühl von Nähe mit deinem Lieblingsmensch
erleben kannst. Es gußt unbedingt dein Torsten.