gut in Beziehung

gut in Beziehung

Systemische Impulse für bewusste Paarbeziehungen

Transkript

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Hallo und herzlich willkommen bei Gut in Mitziehung. Heute nehme ich dich wieder mit auf

eine Runde in dem Wald. Heute bin ich im kleinen Kürs unterwegs am Tonsee. Das ist ein ganz schöner

kleiner See mit einem wunderbaren Grünstreifen, daran der gut gepflegt wird und ich bin wirklich

gerne hier. Heute ist mein Hund Akku dabei, wenn ihr also irgendwas an ihr vorbeigaloppieren hört,

dann ist es mein Hund. In der Episode heute soll es darum gehen, warum wir Mut brauchen, wenn wir

näher möchten. Ich glaube das Verbindendste, was es gibt zwischen zwei Menschen ist, wenn einer von

beiden sich ein Stück weit selbst offenbart, etwas von seinem innersten Preis gibt und das Gefühl

hat es stößt auf Resonanz. Der andere hört und versteht mich und ich glaube das ist das, was in

Paarbeziehung oft näher erzeugt und dass uns das meistens nicht in den Schoß gelegt worden ist,

merken wir daran, wenn wir neue Menschen kennenlernen. Dann fangen wir nämlich an das zu testen. Wir

zeigen ein kleines bisschen von uns selbst und schauen wie der andere darauf reagiert. In Paarbeziehung

sollte das eigentlich anders sein. Da sollte es so sein, dass wir uns einander so sehr vertrauen,

dass es selbstverständlich ist, ein Teil von sich zeigen zu können. Die Frage heute ist,

warum gelingt uns das nicht immer? Und ich will dir zwei, drei Ideen mitgeben, warum das so sein

könnte und was du eventuell daran ändern könntest. Die erste Gedanke ist, dass die Art und Weise was

und wie viel wir von uns selbst zeigen, damit zusammenhängt, was für Bindungserfahrungen wir

bis jetzt gemacht haben. Wenn ich erfahren habe, dass meine eigenen Emotionen, meine eigene Wahrnehmung

gar nicht so wichtig ist, sondern das klein geredet oder übergangen wird, dann entsteht bei mir eben

auch diese innere Überzeugung, dass das so ist, dass meine Emotionen vielleicht gar nicht so wichtig

sind, wie sie es sein sollten. Und wenn ich es dann trotzdem probiere, wenn ich mich mit solchen

Bindungserfahrungen zeige und mich traue, dann zeige ich das aus einem alten verletzlichen

inneren Anteil heraus. Wenn ich solche Bindungserfahrungen gemacht habe, dann reagiere ich ganz

sensibel auf die Resonanz von meinem Gegenüber. Das heißt, ich probiere es, mich zu zeigen,

ich teste es aus und in dem Moment, wo die Resonanz meines Gegenübers, sobald das nicht das ist,

was ich erwarte, fange ich an, mich wieder zurückzuziehen. Und meine Einladung an der Stelle ist, es

trotzdem zu probieren. Auch dein Lieblingsmensch ist nicht perfekt und er hört auch nicht immer zu

und er ist auch nicht immer da, so wie du ihn brauchst. Aber ich glaube, das ist der perfekte

Rahmen, um neue, um andere Bindungserfahrungen zu machen. Und vielleicht hilft dir der nächste Punkt

ein bisschen, das geschickt anzustellen. Denn sich zu zeigen, sich selbst zu offenbaren, das ist ja

keine Sache, die nur auf mich beschränkt ist, sondern das verändert die Dynamik. Das gibt einen

Impuls in das System zwischen zwei Menschen. Ich habe das letzte Mal schon erzählt, dass zwei Paare,

die miteinander verbunden sind, dass das so ähnlich ist wie ein Mobilee oder wie zwei Seiten eines

Mobilees. Und in dem Moment, wo ich mich selbst offenbare und einen Impuls in dieses System gebe, ist

es so, als würde ich dieses Mobilee anstupsen. Und dieser Impuls, dieses Anstupsen, das sorgt dafür,

dass Chancen entstehen, dass sich Dinge verändern dürfen. Und es trägt aber auch das Risiko in sich,

dass der andere Teil mit dem, was ich da mache, überfordert ist oder verunsichert ist oder einfach

weiß, wie er darauf reagieren soll. Systemisch betrachtet heißt es also, dass es nicht nur darauf

ankommt, was ich tue, was ich von mir selbst offenbare, sondern dass es auch darauf ankommt,

welches Eche zurückkommt, welche Bewegung und Impulse mein Gegenüber wahrnimmt und wie das

wieder auf mich zurück spielt und wie ich darauf reagiere. Und das, was wir alle schon erlebt

haben, sind diese Klassiker. Ich zeige ein Stück von mir selbst. Ich habe das Gefühl, es wird

nicht gehört oder nicht gesehen. Ich verschließ mich ein Stück weit. Bei meiner Partnerin kommt

an, der ist aber heute verschlossen. Ich lass ihn lieber mal zufrieden. Und so entsteht der

Gedanke bei mir. Meine Frau hat überhaupt keinen Interesse an mir. Und dann sind wir in so einer

Spirale aus Wechselwirkungen gefangen, die uns beiden nicht gut tut. Das heißt im Umkehrschluss

aber auch, wenn ich mir mehr nähe wünsche, dann bedeutet das, es ist ein Stück weit davon

abhängig, ob ich in der Lage bin, etwas von mir selbst preiszugeben. Und es bedeutet auch,

dass ich den Rahmen und mein Gegenüber mitdenken muss. Passt gerade die Situation. Überfordere

ich gerade meinen Nächsten mit meiner Emotion, die ich dort zeige. Ist ja gerade Aufnahmefähig.

Hat der gerade den Kopf dafür. Meistens machen mir das intuitiv gut. Und gerade,

wenn ich ungünstige Bindungserfahrungen gemacht habe, lohnt es sich, genau das mitzudenken.

Dann kann ich zurücktreten und überlegen, warum kam jetzt diese Resonanz von meinem

Gegenüber und nicht die, die ich mir eigentlich gewünscht habe. Was hätte ich bedenken und

verändern können, damit mein Partner oder mein Lieblingsmensch die Chance gehabt hätte, positiv

und wertschätzend auf meine Selbstoffenbarung zu reagieren. Selbstoffenbarung heißt also nicht,

ich emblöße mich und du musst jetzt richtig darauf reagieren, sondern es heißt, ich zeige

einen Teil von mir in der Hoffnung auf Verbindung, nicht als Forderung. Jetzt die Frage an dich. Wie

ist es bei dir in deiner Beziehung? Gibt es da was, was du öfter mal zeigen würdest? Da gibt es

einen Moment, in dem du etwas von dir selbst zeigen wolltest, aber der Raum einfach nicht gut

dafür war. Meine Einladung heute an dich ist deinem Lieblingsmenschen eine Sache zu erzählen,

die du sonst eher nicht erzählen würdest. Vielleicht möchtest du auch dazu sagen, warum es dir

bis jetzt so schwer gefallen ist, das zu sagen. Sich zu zeigen ist ein echtes Geschenk an den

anderen, auch an dich selbst, weil es Nähe produziert und es ist auch eine Einladung mitzuwachsen.

Nächste Woche will ich darüber sprechen, wie wir Nähe nicht nur fühlen, sondern auch bewusst

gestaltbar machen können. Ich freue mich, wenn du dann wieder dabei bist. Es grüßt und winkt

dein Thorsten.

Über diesen Podcast

Eine Beziehung ist wie ein Weg mit vielen Wegbiegungen – manchmal führt er bergauf, manchmal durch unwegsames Gelände. Doch auch wenn sich Paare zeitweise verlaufen oder der gemeinsame Pfad unklar wird, gibt es immer die Möglichkeit, neue Richtungen einzuschlagen.

In diesem Podcast begleite ich euch dabei, eure Beziehungsdynamiken zu verstehen und bewusste Entscheidungen für euren gemeinsamen Weg zu treffen. Ob es um Kommunikation geht, um das Spannungsfeld zwischen Nähe und Freiraum oder um alte Muster, die sich immer wieder zeigen – hier findet ihr systemische Perspektiven und praktische Impulse für mehr Klarheit in eurer Partnerschaft.

Die Natur spielt dabei eine besondere Rolle. Sie zeigt uns, dass Wachstum Zeit braucht, dass Veränderung natürlich ist und dass auch nach schwierigen Phasen neue Möglichkeiten entstehen können.

Jede Episode bringt euch konkrete Erkenntnisse mit, die ihr direkt in euren Alltag integrieren könnt – ohne Patentrezepte, aber mit fundierten Ansätzen aus der systemischen Paartherapie.

Wo steht eure Beziehung gerade?
Findet es mit dem kostenlosen Beziehungscheck heraus. In nur 20 Minuten bekommt ihr mehr Klarheit über eure Stärken und Entwicklungsfelder als Paar.
Den Beziehungscheck und weitere Impulse findet ihr auf https://www.thorsten-koecher.de/beziehungscheck/utm_source=podcast&utm_medium=podcastbeschreibung

von und mit Thorsten Köcher

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