Systemische Impulse für bewusste Paarbeziehungen
Hallo und herzlich willkommen bei Gut in Beziehung. Ich bin Thorsten. Ich freue mich riesig, dass
du hier bist. Heute ist endlich mal wieder die Zeit, um einen Podcast aufzunehmen. Hoffentlich
mit einem Thema, das dir für deine Beziehung richtig viel bringt. In der Zwischenzeit ist
ganz viel passiert. Es gibt ein neues Produkt. Davon erzähle ich euch gerne beim nächsten Mal und
ich habe ganz lange an dem Workshop gesessen, der am 6. Juli stattfindet und von dem erzähle
ich euch nachher noch ein bisschen. Jetzt lasst uns aber in das Thema einsteigen. Es geht um die
Arbeit mit inneren Anteilen in der Paartherapie. Und ihr habt alle schon mal von der Arbeit mit
dem inneren Kind gehört oder von der Arbeit mit dem inneren Team oder der inneren Familie
oder vielleicht sogar von EgoStates und all das sind unterschiedliche Konzepte, um mit den
unterschiedlichen Facetten unserer Persönlichkeit in Kontakt zu treten und zu arbeiten.
Inneren Anteile, die begegnen mir in meinem Praxisei-Tag, überall an allen Ecken und Enden
sozusagen, aber nicht immer arbeite ich damit. Ich erzähle euch kurz zwei Beispiele, um euch
zu zeigen, wann es für mich angebracht ist mit inneren Anteilen zu arbeiten. Ich hatte ein
Pärchen bei mir in der Sitzung in der Praxis. Die hatten ein großes Streitthema, was sie zu mir
gebracht hat und in der ersten und zweiten Sitzung viel so ein Satz von der Klientin, die meinte,
Mensch, ich bin denn immer so in Rage und so wütend und ich sage Sachen, von denen ich weiß,
dass sie verletzend sind und ich will das gar nicht und ich habe das Gefühl, das bin gar nicht
ich, die da redet. Und da merkt man schon, es scheint so etwas zu geben wie ein inneres Ich,
mit dem wir uns eher identifizieren können, mit dem wir ganz häufig unterwegs sind und dann gibt es
innere Anteile in uns, die uns seltener begegnen, die uns vielleicht nur dann begegnen, wenn wir
wirklich wütend sind und uns mein doll verteidigen zu müssen und diese Anteile, die können dann
tatsächlich auch so wirken, als gehörten sie ein Stück weit gar nicht zu uns. Ein anderer Klären,
der viel mit Beziehungsängsten unterwegs ist, der hat einen ähnlich gelagertes Problem. Immer
dann, wenn Beziehung zu eng, wenn es so schön wird sozusagen, dann ergreift er die Flucht und ist
für seine Partnerin, für seinen Lieblingsmenschen nicht greifbar. Und von ihm höre ich so was
ähnliches. Ich will Nähe, ich will Beziehung, ich will mit dieser Frau alt werden, aber es gibt
so einen Anteil in mir, wenn ich das Gefühl habe, ich kriege keine Luft mehr, es wird mit so nahe,
dann ergreif ich die Flucht, auch wenn ich das eigentlich gar nicht möchte. Und es ist so spannend,
sich in der Therapie, in der Praxis diesen unterschiedlichen Ego-States zu nähern, sich
diese Anteile anzuschauen, sie zu benennen, zu gucken, wo sie entstanden sind und mit diesen
Anteilen in Kommunikation zu treten und zu schauen, was es denn braucht, damit eine
Co-Existenz da sein darf, die weniger mit Selbstsabotage einhergeht. Und es ist nicht nur für
mich interessant, sondern es ist meistens auch ganz spannend für den anderen Partner, der ja mit im
Raum sitzt und zuhört Beiträge bringt, weil es dann darum geht, das Gegenüber den Partner
nochmal auf einer ganz anderen Ebene verstehen zu können. Und das ist das Schöne an Partnerpionern,
der Arbeit mit Ego-States, dass es ganz viel um, ich verstehe jetzt, was sich antreibt, ich verstehe
jetzt, wie es in dir, wie es in mir und wie es in dir vorgeht und wir haben sogar eine Idee, wie
wir das ändern könnten. Ego-States sind also ganz faszinierende Aspekte unserer Persönlichkeit und
die Spiegel, diese Vielschichtigkeit, die uns ausmacht wieder. Die kommen meistens aus unserer
Vergangenheiten, aus den Erfahrungen, die wir gesammelt haben. Und manchmal ist es sogar so,
dass wir uns der unterschiedlichen Ego-States, der unterschiedlichen inneren Anteile, die wir mit
uns rumtragen, gar nicht so bewusst sind. Aber vielleicht noch mal von Anfang an, was sind denn
jetzt eigentlich diese inneren Anteile? Ego-States sind Ich-Zustände, also verschiedene Persönlichkeits-
Aspekte, die zu unterschiedlichen Zeiten aktiv sind. Man könnte auch sagen, das sind so Teilpersönlichkeiten.
Und diese Teilpersönlichkeiten, die repräsentieren unterschiedliche Verheizmuster, unterschiedliche
Denkweisen und auch unterschiedliche emotionale Zustände. Stell dir einfach vor, du hast eine
Gruppe aus unterschiedlichen Charakteren in dir. Da gibt es ein kleines Kind, da gibt es einen
amotinierten Teenager, da gibt es einen kritischen Elternteil, da gibt es einen verantwortungsbewussten
Erwachsenen in dir und all diese unterschiedlichen Anteile sind Teil deiner Gesamtpersönlichkeit und
immer dann, wenn es für dich hilfreich ist, ist der eine oder der andere aktiv. Ego-States entstehen
mit oder unter unterschiedlichen Einflüssen. Da sind zum einen die Kindheitserfahrungen, die
wir machen, die Atomeise, wie wir aufgewachsen sind, wie unsere Eltern für uns da waren, welche
Erfahrungen wir in unserem Zuhause gesammelt haben. Dann sind natürlich die Werte und die Einflüsse in
unserem Elternhaus mit Aufstatt geben, dafür, welch Ego-States sich entwickeln. Und ihr merkt
schon, dass es was ganz Hochindividuelles ist. Es gibt kein Ego-State, der bei mir genauso aussieht,
wie bei dir. Natürlich spielen manchmal auch traumatischer Erlebnisse eine Rolle, wenn es um
die Bildung von Ego-States gibt. Und Ego-States entstehen auch in unterschiedlichen Lebensphasen
und in unterschiedlichen Reuen, in denen ich in diesen Phasen unterwegs bin. Es ist also ein ganz
komplexer Vorgang, wie Ego-States entstehen. Und Ego-States haben auch immer einen Auftrag,
einen Auftrag, uns zu beschützen und voranzubringen und für uns da zu sein. Und wenn wir uns weiter
mitgemerken, wir manchmal, dass das, was früher mal hilfreich und gut für uns war, heute eher hinderlich ist.
Ego-States haben also immer einen Auftrag und sie setzen, um diesem Auftrag gerecht zu werden,
unterschiedliche Mittel ein. Wenn wir nochmal an meinen Klienten von voren denken, der sich bei,
der mit Bündungsamt Angst unterwegs ist und sich bei zu viel Nähe lieber zurückzieht,
da gibt es einen Ego-State, der ganz klar sagt, hey, ich beschütze dich davor, verletzt zu werden.
Das ist uns passiert, das passiert uns ganz sicher kein zweites Mal. Und die Art und Weise,
wie ich dich davor beschütze, ist, indem ich dich weglaufen lasse. Ich sorg dafür, dass es dir so
eng und so angenehm wird, dass du es in der Beziehung nicht mehr aushältst und reißausnimmst.
Ihr seht schon, es gibt einen Unterschied zwischen dem Auftrag und dem Mittel,
das dieser Ego-State dann benutzt, um sein Ziel zu erreichen. Da steht für viele meiner Klienten
schon den ersten großen Aha-Effekt ein. Das ist ein Unterschied gibt zwischen den Emotionen,
die ich wahrnehme, wenn dieser Ego-State aktiv ist und dem Auftrag, der dahinter steckt.
Und in der Paartherapie tauchen zwei große Gruppen von Ego-States auf. Das eine sind Ego-States,
die untereinander zerstritten sind, die ambivalenzen in einem Klienten hervorrufen. Und dann geht es
darum, sich anzuschauen, wer wettstreitet in dir darin. Und es gibt Ego-States, die in der
Beziehung mit dem Partner ungünstig agieren. Und dann geht es darum, sich überlegen, was
ruft es hervor, dass dieser Ego-State genau dann aktiv wird, wenn es um bestimmte Interaktionen mit
deinem Lieblingsmenschen geht. Und ein erster wichtiger Schritt ist, in der Paartherapie erst
mal zu erkennen, welche Ego-States sind eigentlich wann aktiv. Wenn wir uns miteinander streiten,
welcher Ego-State ist bei dir aktiv und welcher ist bei mir aktiv. Vielleicht ist es bei dir
ein verängstigtes Kind und vielleicht ist es bei mir ein kritisches Elternteil, die dort
miteinander in Kontakt sind und sie streiten. Und die dafür sorgen, dass dieses Muster,
das wir miteinander haben in unserer Streitkultur, so ist, wie es ist. Im weiteren Prozess geht es
dann darum, herauszufinden, wie diese Ego-States entstanden sind, welchen Auftrag sie haben und
was sie denn brauchen, um weniger stark zu agieren. Und das funktioniert am allerbesten, wenn wir die
ressourcenstarken Anteile mit ins Boot holen. Wenn wir uns angucken, was ist da an Anteilen,
die dir in der aktuellen Situation tatsächlich weiterhelfen würden, aber vielleicht zu wenig
Wort kommen. Und mit der Zeit entwickeln Klienten, die Eigenschaft mehr in ihrer Mitte zu sein. Ich
höre ganz häufig so was wie, ich habe das Gefühl, ich bin irgendwie geerdeter als früher. Oder ich
habe das Gefühl, ich kann Erwachsener mit meinem Partner reden, als das von einem halben Jahr noch
der Fall war. Und es gibt eine ganze Menge Sachen, die man außerhalb einer Ego-State-Herbie machen
kann, um in seiner Mitte zu bleiben. Und eine Möglichkeit, das zu machen, ist der Workshop,
der am 6. Juli in Berlin im Grunewald stattfinden wird. Da geht es genau darum, dass du mit deinem
Lieblingsmenschen, dass ihr in eurer Mitte ankommst, dass ihr euch neu begehen könnt. Wir
wollen einen intensiven Blick auf all die guten, positiven Dinge werfen, die euch miteinander
verbinden. Das soll ein Tag werden, der euch Energie schenkt und der euch richtig Lust auf
Beziehung macht. Ich freue mich riesig, wenn ihr dabei seid. Ihr könnt euch anmelden, indem
ihr auf torsten-köcher.de geht und dann auf Workshop klickt. Da findet ihr alle Details zu dem
Workshop. Ich freue mich riesig, wenn ihr dabei seid und ich bin mir sicher, dass es sich für euch
lohnt. Und wenn du mehr in deinem Alltag in deiner Mitte sein willst, dann schau doch mal in welchen
Situationen du mit welchem Ego-State unterwegs bist. Und lasst mich das gerne wissen. Ich freue
mich, von dir zu hören. Und ich freue mich auch, wenn ich dich am 6. Juli in Berlin im
Grunewald sehe. Bis dahin, es grüßt unbedingt dein Torsten.