gut in Beziehung

gut in Beziehung

Systemische Impulse für bewusste Paarbeziehungen

Transkript

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Hallo und herzlich willkommen bei Gute Beziehung.

Ich heiß Thorsten, ich bin Patrikab heute.

Ich freue mich riesig, dass du hier bist, um mitzuhörst.

Heute geht es um Parnzeit und neue Technologien.

Ich hoffe, dass es ein Podcast dir weiter hilft und an dem du Spaß hast.

In unserer heutigen Welt ist Technologie ja gar nicht mehr wegzudenken.

Die ist allgegenwärtig.

Jeder ist stundenlang mit dem Handy, dem PC oder mit irgendwas anderem beschäftigt.

KI wird immer größer und beeinflusst inzwischen auch meine Welt.

Umso wichtiger ist es vielleicht auch mal im Blick darauf zu werfen,

was denn Technologie mit unseren Beziehungen macht.

Und eigentlich bin ich ja jemand, der für weit und natur steht

und seit als paar Häufigungen wie draußen ist ja fast schon manntra in diesem Podcast geworden.

Und vielleicht macht das gerade deswegen Sinn, heute mal auf Technologie zu gucken.

Also wie können wir Technologie auf der einen Seite nutzen,

ohne damit die Magie von gemeinsamen Momenten zu verlieren?

Und als allererstes können wir feststellen,

dass Technologie, dass Internet, Medien und alles Mögliche,

dass sie unsere Beziehungen bereichern können.

Wir können gemeinsame Interessen entdecken.

Wir können zusammen Podcasts hören, wir können uns zusammen Serien anschauen,

wir können zusammen Videospiele spielen oder zocken.

All das geht durch Technologie.

Ich habe immer die Möglichkeit, meinen Lieblingsmenschen anzurufen,

mit ihm zu chatten, Videotelophoniet zu betreiben.

Auch wenn ich in sonst besitze und weit weg bin, geht das ganz unproblematisch.

Wir können Kalender und Hoodoos zu nutzen und wir können unsere Zeit zusammen planen und organisieren.

Und auch das geht viel einfacher mit den Tools, die wir in unserem Handy haben.

Und ich kann die Technik, die ich an meinem 4, 5, 10 Finger habe,

auch einsetzen, um damit ganz kreativ unterwegs zu sein in einer Partnerschaft.

Wir können Fotos machen, wir können kleine Kunstwerke schaffen,

wir können kleine Filmchen aufnehmen, Erinnerungen erstellen und sammeln und teilen.

Auch all das geht mit jedem Smartphone und ist bereichernd.

Und natürlich gibt es auch die Möglichkeit, gemeinsam zu wachsen.

Es gibt jede Menge E-Learning-Plattformen, die es uns auch als Paar ermöglicht,

gemeinsam neue Fähigkeiten zu erlernen und damit ein Stück näher zusammenzuwachsen.

Und neben diesen allen positiven Seiten, die es gibt,

gibt es natürlich auch eine Menge Herausforderungen und Feistrücke.

Da wäre als allererstes diese riesige Ablenkung durch Smartphones.

Und wenn ich mein Handy immer in der Hand habe und immer drauf gucke,

dann fällt es mir auch schwer, Zeit mit meinem Lieblingsmenschen zu verbringen

und wirklich präsent zu sein, wirklich da zu sein, weil ich eben ständig abgelenkt bin.

Und es kann allgemeiner zuführen, dass ich 4 zu 4 Zeit vor irgendwelchen Bildschirmen verbringe

und damit per se weniger Zeit habe, um Zeit mit meinem Lieblingsmenschen zu verbringen.

Und jetzt, wenn wir beide sahen, wir gucken jetzt eine Serie bei Netflix oder sonstwo,

dann heißt es ja noch lange nicht, dass wir doll miteinander in Beziehung sind.

Wir sehen uns, wir sitzen nebeneinander, aber 4 Interaktionen findet dabei ja nicht statt.

Und wenn wir schon dabei sind, Fahre auf der Couch zu sitzen und Netflix zu gucken,

dann kann es natürlich sein, dass Technologie auch unsere Prioritäten verschiebt,

dass Dinge, die eigentlich wichtig wären, gemeinsame körperliche Aktivitäten,

gesund kochen und so weiter, dass wir das vernachlässigen,

weil die Medien oder was auch immer, in Technologie unsere Zeit frisst.

Und zum Schuss, ich glaube auch, das kommt im Beziehung regelmäßig vor,

ist, dass wir unterschiedliche Vorstellungen darüber haben, wie viel Technologie wir denn wann und wo nutzen wollen

und dass wir uns deswegen streiten.

Und wenn wir jetzt darauf schauen, was wir machen können, um das ein bisschen einzuschränken,

um diese Zeit, die wir mit Technik verbringen, nicht ins und endlich ausrufern zu lassen,

dann bin ich bei zwei Sachen, die mir wichtig sind, nämlich, dass wir uns zeitlich einschränken,

also dass wir Zeiten festlegen, die medienfrei sind.

Immer dann, wenn ich mit meinem Lieblingsmenschen zusammen bin

und wir tatsächlich Qualitätteil miteinander verbringen wollen,

dann sollten wir das Handy einfach ja zu Hause oder sonst verlassen,

aber vielleicht nicht in der Hand haben, zumindest, das wäre glaube ich ganz wichtig.

Und der zweite Punkt, das finde ich auch eine Überlegung wert,

ob es nicht Sinn macht, auch Orte festzulegen, die smartphonefrei sind.

Ist es der Essentisch im Wohnzimmer oder ist es das Schlafzimmer, wo dann das Handy mal nix zu suchen hat?

Auch das finde ich, kann sehr bereichernd sein, wenn man festlegt, dass es bestimmte Orte gibt

an denen Technologie keinen Platz hat.

Und neben diesen beiden Einschränkungen, die man tätigen kann,

gibt es, glaube ich, noch die eine oder andere Sache, die man so an innerer Haltung verändern kann.

Es muss mir klar sein, dass die ganze Technologie, die ich nutze, eine tolle Ergänzung ist,

aber kein Ersatz, kein Ersatz für Beziehung und auch kein Ersatz für Paarzeit.

Und es muss mir auch klar sein, dass wenn ich die Chance habe, persönlich mit jemanden zu reden,

dass das viel besser ist als irgendwie, was auf WhatsApp zu schreiben.

Ich bin nervt, dass zum Beispiel wahnsinnig, wenn meine Kinder dran sind mit Kochen und dann in unsere Familien Chat WhatsApp Gruppe schreiben,

das Essen ist fertig, anstatt einfach rumzukommen und Bescheid zu geben.

Einfach aus Bequemlichkeit die drei Stufen, die Treppe hochzugehen, glaube ich.

Aber ich glaube, die Möglichkeit miteinander zu interagieren, anstatt schnell was zu schreiben,

das sollte immer Priorität haben, wenn ich die Chance habe, mir das auszusuchen.

Was mir immer wieder aufhört ist, dass diese ganze Mediennutzung so nebenbei geschieht und sich so einschleicht

und man sich das immer wieder bewusst machen muss.

Wo sind meine Prioritäten? Was möchte ich eigentlich? Wie viel Medienzeit? Möchte ich wann, wie und wo verbringen?

Was will ich damit eigentlich machen? Was will ich damit erreichen?

Tut es mir immer noch gut, das so zu machen, wie ich es gerade mache.

An das sind Fragen, die sollte man sich in regelmäßigen Abständen stellen und überlegen, wo und ob man denn gegensteuern muss.

Das waren bis jetzt alles noch ganz allgemein gehalten.

Wenn wir jetzt mal auf die Paarbeziehung oder auf die Paar-Ebene kommen,

dann können wir uns ja nochmal anschauen, wie man Technologie, wie man Medien denn da nutzen kann,

um vielleicht ein Stück näher zusammen zu rücken.

Ein Punkt, den ich vorhin schon kurz erwähnt habe, ist natürlich kann man Technologie über lange Distanzen nutzen.

Und ich kann die benutzen, um miteinander zu reden, um Video zu schätten.

Ich kann zum Beispiel auch sagen, ey, lass uns doch mal zusammen was kochen.

Du kochst bei dir, ich koch bei mir und wir unterhalten uns dabei und genießen so die Zeit, die wir haben miteinander.

Oder ich entscheide mich für irgendeine andere Aktivität, die wir über eine weite Distanz zusammen machen können.

Ich weiß, dass weite Entfernung in Beziehung eher die Ausnahme sind, aber sie kommen vielleicht doch häufiger vor, als man das so denkt.

Ich kann also die Technologie, die wir alle an unseren Fingerspitzen haben, da zu nutzen, um ein virtuelles Date mit meinem Lieblingsmenschen abzuhalten.

Und ich finde, das ist eine großartige Gelegenheit, wenn es gerade nicht möglich ist, sich live zu sehen.

Natürlich kann ich Digitalimedien auch da zu nutzen, um sämtliche Liebesbekundungen, um seien sie noch so schnultzig über WhatsApp oder irgendwelche anderen Kanäle zu verschicken.

Auch das finde ich bereichernd.

Und ich kann diese ganze große virtuelle Welt auch da zu nutzen, um mein Lieblingsmenschen mit kleinen Überraschungen eine Freude zu machen.

Ich kann also ein E-Book oder ein Audi-Book kaufen und verschicken oder irgendetwas anderes.

Ich kann das Digitale Netz dazu benutzen, um bei einem Blumenladen Blumen zu kaufen und an meinen Lieblingswänden verschicken zu lassen und so weiter.

Also es geht über die reine virtuelle Präsentzinaus.

Ich kann also Dinge tun, um jemanden eine kleine Freude zu bereiten.

Und wir können Technologien nutzen, um als Paar Ziele zu verfolgen, um zu planen, um unsere Projekte, die wir als Paar gerne angehen möchten, umzusetzen.

Und da kommt Technologie ganz handy, wie man so schön sagt.

Wenn wir jetzt nochmal gucken, was gibt es denn da so für Apps und Tools genau, dann habe ich eine kleinen Liste für euch, die ich kurz mit euch durchgehen möchte.

Das erste, was mir eingefallen sind, sind gemeinsame Kalender und jeder hat wahrscheinlich irgendwie den Google-Kalender oder ein anderes Equivalent auf seinem Handy.

Und es gibt aber noch einen ganz netten, oder es gibt schon ganz viele Familienorganiser.

Einer davon nennt sich Cozy, den fand ich ganz nett, weil der das einfach macht.

So viele Menschen in meiner Familie sind 4 zu 6, die einen im Blick so behalten und zu gucken, wer macht gerade wann, was, was machen wir zu zweit, was machen wir als Familie und so weiter.

Und der ist so ein Familienplaner wirklich hilfreich.

Dann gibt es Apps, die eignen sich für Paare, weil man damit nicht nur schreiben kann, sondern man kann Erinnerung festhalten, man kann Fotos zusammenteilen.

Und dergleichen Apps, wie zum Beispiel Couple oder Between, ermöglichen genau sowas.

Und natürlich gibt es für Paare auch Tracker, also Apps, mit denen ich gemeinsam einen Ziel festlegen kann und wir beide können gemeinsam an diesem Ziel zusammenarbeiten.

Auch das ist wirklich ne ganz nette Sache.

Ich kann mir zum Beispiel aus der Bucketlist für Paare, die ich im Internet finde, raussuchen, was wir denn gerne machen wollen und dann könnten wir für dieses Jahr 5 verschiedene Ziele uns vornehmen und tracken, wann und wo wir die umgesetzt haben und wenn wir wollen mit Fotos unterlegen und so weiter.

Da sind ganz nette und ganz hilfreiche Ideen, wie ich finde und man kann auch in Frid weitergehen, nämlich dann, wenn es tatsächlich auch um Paar Beziehung geht, denn auch da gibt es Apps, die hilfreich sein können und die auf Kommunikation und Beziehung abzielen.

Es gibt davon eine ganze Menge, es ist keine Werbung, die ich hier machen möchte.

Eine ist BetterHelp, eine andere ist Talkspace zum Beispiel, ihr könnt dann nach Google oder einfach in die zwei Apps reingucken.

Wenn ihr sagt, Kommunikation und Beziehung ist etwas an dem wir gerne auch digital mit einer App arbeiten würden, dann lohnt sich bestimmt der Blick in eine dieser Apps.

Und um den Kreis wieder zu schließen, natürlich gibt es tolle Apps auch für Paare, es gibt tolle Anwendungen, die hilfreich sind und die uns bereichern in unserer Paar Beziehung, aber auch hier wieder mit der Einschränkung, wir müssen einen achtsamen Umgang mit dieser Technologie finden.

Das heißt, wir müssen uns regelmäßig hinsetzen und auch darüber sprechen, ist das auch sinnvoll für uns, hat es negative Effekte, die vielleicht größer sind als die Positiven und sind wir bereit mit diesen negativen Effekten auch wirklich zu leben.

Und ich glaube, das alles braucht ein bisschen Flexibilität, also jedenfalls mir geht es so, dass ich selten eine App finde, von der ich so begeistert bin, dass ich sie fünf Jahre am Stück nutze, sondern meistens ist es dann um halb mehr, denke ich mir auch, naja, okay, brauche ich jetzt nicht mehr und finde vielleicht unten eine sinnvollere Alternative.

Und sofern glaube ich, ist es wichtig, flexibel zu bleiben, auch in der Nutzung von der Technologie, die so im Umlauf ist.

Zum Schluss vielleicht, ich glaube, gute Paarzeit funktioniert nach wie vor am besten, wenn man sich sieht, wenn man mittendrin in Kontakt ist, wenn man präsent ist in seinen Treffen, wenn man den anderen anschauen kann und man wirklich da ist und die Zeit mittendrin genießen kann.

Dazu gehört dann vielleicht auch, wie ich am Anfang von meinte, das Handy im Handschubfach so lassen oder einfach zu Hause.

Also vielleicht ist es gar nicht so schlecht, doch lieber ohne Handy durch den Wald zu laufen oder am See zu sitzen.

Und in dem Zusammenhang möchte ich Dich auf ein Auto Workshop aufmerksam machen, der findet am 6. Juli im Berliner Stadtwelt statt.

Ich bin gerade in der Planung, aber mir war es wichtig, Dir schon mal die Statuen bekannt zu geben, dass Du Dir diesen Termin vormerken kannst.

Wenn Du denn Lust auf einen Auto Workshop mit mir hast.

Alle Apps, die ich heute erwähnt habe, die verlinke ich nochmal in den Shownoten.

Wenn Du Interesse hast, schau da gerne rein.

Ich freue mich, wenn Du das nächste Mal wieder mit dabei bist.

Es grüßt unbedingt Dein Thorsten!

Copyright WDR 2021

Über diesen Podcast

Eine Beziehung ist wie ein Weg mit vielen Wegbiegungen – manchmal führt er bergauf, manchmal durch unwegsames Gelände. Doch auch wenn sich Paare zeitweise verlaufen oder der gemeinsame Pfad unklar wird, gibt es immer die Möglichkeit, neue Richtungen einzuschlagen.

In diesem Podcast begleite ich euch dabei, eure Beziehungsdynamiken zu verstehen und bewusste Entscheidungen für euren gemeinsamen Weg zu treffen. Ob es um Kommunikation geht, um das Spannungsfeld zwischen Nähe und Freiraum oder um alte Muster, die sich immer wieder zeigen – hier findet ihr systemische Perspektiven und praktische Impulse für mehr Klarheit in eurer Partnerschaft.

Die Natur spielt dabei eine besondere Rolle. Sie zeigt uns, dass Wachstum Zeit braucht, dass Veränderung natürlich ist und dass auch nach schwierigen Phasen neue Möglichkeiten entstehen können.

Jede Episode bringt euch konkrete Erkenntnisse mit, die ihr direkt in euren Alltag integrieren könnt – ohne Patentrezepte, aber mit fundierten Ansätzen aus der systemischen Paartherapie.

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Den Beziehungscheck und weitere Impulse findet ihr auf https://www.thorsten-koecher.de/beziehungscheck/utm_source=podcast&utm_medium=podcastbeschreibung

von und mit Thorsten Köcher

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