gut in Beziehung

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Systemische Impulse für bewusste Paarbeziehungen

Transkript

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Hallo und herzlich willkommen bei Gut in Beziehung. Ich heisse Thorsten Koecher und freue mich, dass du mir zuhoerst.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und vielleicht ueberlegst du, dir Ziele fuers neue Jahr zu setzen. Vielleicht hast du auch im Kopf, dass Ziele fuer deine Beziehung gut waeren. Wenn dem so ist, moechte ich dich herzlich zu einem Workshop einladen. Der Workshop findet am 3. Januar um 19 Uhr per Zoom statt, du kannst kostenlos teilnehmen. In dem Workshop schauen wir uns an, wie du gute Ziele fuer deine Beziehung setzen kannst - Ziele zusammen mit deinem Partner oder deiner Partnerin, Ziele, die sich fuer dich gut anfuehlen, die leicht zu erreichen sind. Wir schauen uns vor allem an, welche Gewohnheiten und Rituale dir helfen, deine Beziehungsziele zu erreichen. Wenn du Lust hast, sei am 3. Januar um 19 Uhr dabei. Anmelden kannst du dich unter www.thorsten-koecher.de/ziele.

Das mit dem Ziele setzen ist so eine Sache. Ich habe festgestellt, dass ich mir haeufig viel zu viele Ziele setze und dann verzweifle, weil ich gar nicht weiss, was ich zuerst tun soll. Man kann sich natuerlich auch die Frage stellen, ob es ueberhaupt Sinn macht, sich Ziele zu setzen, oder ob man nicht besser faehrt, wenn man darauf verzichtet. Wir sind aber so gestrickt, dass unser Belohnungssystem immer mit Zielen arbeitet. Sich Ziele zu setzen entspricht also ein Stueck weit unserer Natur. Und es macht Sinn, weil man dabei aktiv etwas tut, aktiv an sich arbeitet, anstatt den ganzen Prozess seinem Unterbewusstsein zu ueberlassen.

Mir faellt es immer wahnsinnig schwer, Ziele im Alltag zu setzen. Ich brauche einen Zeitraum, in dem ich zur Ruhe kommen kann, mich resetten und erden kann, Zeit habe zum Nachdenken. Dann klappt das mit den Zielen auch ganz gut. Das sind dann Ziele, die wirklich meine Ziele sind, nicht solche, die ich irgendwie uebers Knie gebrochen habe. Deswegen finde ich die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr so spannend: Ich habe Urlaub, Zeit zum Spazierengehen, mich hinzusetzen, nachzudenken, gute Buecher zu lesen und mir Gedanken ueber meine Ziele - auch ueber meine Beziehungsziele - zu machen.

Ich finde auch, dass Ziele immer ein Stueck weit Reife brauchen. Man muss Ideen reifen lassen, bis sie klar genug sind, um sie niederzuschreiben und als Ziel zu formulieren. Vielleicht kannst du die Zeit gerade auch fuer dich nutzen, um ein bisschen zur Ruhe zu kommen und ueber Ziele nachzudenken, ohne gleich irgendetwas in Stein meisseln zu muessen.

Fuer mich gehoert dabei immer eine Rueckschau dazu. Mein Bullet Journal hilft mir, wenn ich mich nochmal mit den Zielen beschaeftige, die ich mir fuer das vergangene Jahr gesetzt hatte. Ich kann nachlesen: Was hatte ich mir vorgenommen? Woran habe ich gearbeitet? Welche Ziele sind mir untergegangen, welche habe ich verworfen? Und wie war der Weg? Was habe ich getan, um mein Ziel zu erreichen - war das hilfreich, oder waere etwas anderes besser gewesen?

Das sind Dinge, die ich wahnsinnig gerne mache, weil ich dazu neige, mich zu wiederholen. Ich nehme zum Beispiel seit Jahren vor, endlich mit dem Joggen anzufangen - und jedes Jahr gibt es diese Aktion, die maximal drei Monate haelt und dann wieder im Sand verlaeuft. Vielleicht geht es dir mit deinem Ziel manchmal aehnlich. Dann kann man sich einfach kurz hinsetzen und ueberlegen: Was waere eine bessere Strategie?

Natuerlich brauchst du nicht das neue Jahr, um Ziele zu setzen. Du kannst das immer tun, ganz egal wann. Wir Menschen neigen aber dazu, Anfaenge gerne zu nutzen, um ueber Ziele nachzudenken. Aber unabhaengig davon: Ziele kannst du dir immer setzen, ueber den Haufen schmeissen und neu setzen, wann immer du moechtest.

Diese Rueckschau zu halten, zu ueberlegen, was war gut in meiner Beziehung, was moechte ich davon behalten, was moechte ich veraendern - das ist fuer mich wie das Schaerfen der Axt, bevor man den Baum faellt. Wenn ich das nicht mache, fuehlt es sich an wie Holzspalten mit einer stumpfen Axt: frustrierend, schweisstreiben und ohne die Leichtigkeit, die ich mir wuensche.

Es gibt viele Bereiche, in denen du dir Ziele setzen kannst. Lass uns mit den persoenlichen Zielen anfangen. Du hast persoenliche Ziele, die du erreichen moechtest - und dein Partner, deine Partnerin hat genauso persoenliche Ziele. Ziele sind ein bisschen wie die Berge, auf die wir wollen. Es ist gut, eine Idee davon zu haben, wo wir persoenlich hinwollen.

Natuerlich haben meine persoenlichen Ziele auch etwas mit meiner Beziehung zu tun, weil ich Prioritaeten danach ausrichte. Und gleichzeitig wuensche ich mir vielleicht Unterstuetzung von meinem Lieblingsmenschen - das darf ich sagen. Gleichzeitig sollte ich mir bewusst sein, dass die Unterstuetzung manchmal auch frustrieren kann, wenn ich selbst nicht so ueberzeugt von meinem Ziel bin. Deswegen ist Transparenz und Gespraechsbereitschaft so wichtig.

Ich kann mir auch persoenliche Ziele setzen, die meine Beziehung betreffen - zum Beispiel: Was braucht mein Lieblingsmensch mehr von mir? Auch das kann ich ansprechen und transparent machen. Neben persoenlichen Zielen finde ich es sehr hilfreich, wenn man sich als Paar gemeinsame Beziehungsziele setzt.

Ich habe festgestellt, dass es drei grosse Bereiche gibt, in denen viele Paare unterwegs sind:

Erstens: Grundbeduerfnisse - Dinge, die ich in meiner Beziehung vermisse. Wenn ich sage, ich brauche unbedingt mehr Naehe, sonst funktioniert das nicht, dann ist das kein Beziehungsziel, sondern ein Grundbeduerfnis. Dann hilft vielleicht eher eine Paartherapie.

Zweitens: Traeume - etwas, fuer das man schwaermen kann, aber dessen Kosten so hoch sind, dass es oft beim Traeumen bleibt. Das ist vollkommen in Ordnung.

Drittens: echte Ziele - die Berge, die wir in Zukunft besteigen wollen. Beziehungsziele muessen von beiden wirklich gewollt werden. Halbherzige Kompromisse helfen hier nicht.

Wie kommt man nun zu guten Beziehungszielen? Drei Fragen helfen dabei:

Die erste Frage: Was haben wir im vergangenen Jahr miteinander genossen? Was soll bleiben? Wovon wollen wir vielleicht sogar mehr?

Die zweite Frage: Was hat uns weniger gut gefallen? Was hat uns weniger gut getan? Was moechten wir reduzieren oder ganz hinter uns lassen?

Die dritte Frage: Was wuenschen wir uns Neues in unserer Beziehung?

Wenn man sich auf diese drei Fragen einlaesst, merkt man, dass sie reifen muessen, bevor man sie gut beantworten kann. Bevor man als Paar zu einem Konsens kommt. Deswegen ist es so wichtig, sich Zeit zu nehmen - Zeit fuereinander, aber auch Zeit, damit die Antworten klarer werden.

Ich finde, Beziehungsziele sollten sich leicht anfuehlen. Sie duerfen auch ein Stueck weit herausfordern - aber auf keinen Fall sollte das Beziehungsglueck davon abhaengen.

Wenn ihr mit den drei Fragen einen gemeinsamen Berg gefunden habt, ist die naechste Frage: Welchen Weg schlagen wir ein? Denn der Weg ist genauso wichtig wie das Ziel. Hier koennt ihr kreativ werden: Ideen sammeln, im Internet nachlesen, Buecher lesen, Freunde fragen. Es geht darum, etwas zu finden, das ihr in euren Alltag einbauen koennt - taeglich, woechentlich oder alle 14 Tage - um eure Beziehung zu bereichern.

Die Ideen fuer Routinen reichen von gemeinsamen Fruehstuecken bis hin zu regelmaessigen Abenden zu zweit. Es gibt viele Moeglichkeiten.

Das Ziel des Ganzen: Ihr baut euch eure eigene Landkarte. Ihr habt einen Berg, den ihr erklimmen wollt - nicht zwanzig, sondern einen. Und ihr habt eine Routine, die ihr ausprobiert und regelmaessig reflektiert: Bringt uns das, was wir uns davon versprochen haben?

Ich bin dabei wieder beim Bullet Journal gelandet. Ein Bullet Journal oder ein Tagebuch ist eine ideale Form, diesen gemeinsamen Prozess festzuhalten. Ansonsten sucht euch etwas, womit ihr miteinander im Gespraech bleiben koennt. Haltet fest, was ihr beschlossen habt, was das Ziel war, was eure Routine ist - und was das Ergebnis war.

Lasst mich nochmal zusammenfassen. Wenn ihr euch als Paar Ziele setzen wollt, braucht ihr vor allem Zeit und Musse, um Klarheit zu erlangen. Drei Leitfragen helfen: Was haben wir genossen - was nehmen wir mit? Was haben wir weniger genossen - was lassen wir zurueck? Und was wuenschen wir uns Neues? Dazu kleine, regelmaessige Routinen, die euch dorthin fuehren.

Ich wuensche euch einen grossartigen Start ins neue Jahr und ich wuensche mir sehr, dass die Ziele, die ihr euch setzt, auch wirklich erreicht werden. Es gruesst und winkt - euer Thorsten.

Über diesen Podcast

Eine Beziehung ist wie ein Weg mit vielen Wegbiegungen – manchmal führt er bergauf, manchmal durch unwegsames Gelände. Doch auch wenn sich Paare zeitweise verlaufen oder der gemeinsame Pfad unklar wird, gibt es immer die Möglichkeit, neue Richtungen einzuschlagen.

In diesem Podcast begleite ich euch dabei, eure Beziehungsdynamiken zu verstehen und bewusste Entscheidungen für euren gemeinsamen Weg zu treffen. Ob es um Kommunikation geht, um das Spannungsfeld zwischen Nähe und Freiraum oder um alte Muster, die sich immer wieder zeigen – hier findet ihr systemische Perspektiven und praktische Impulse für mehr Klarheit in eurer Partnerschaft.

Die Natur spielt dabei eine besondere Rolle. Sie zeigt uns, dass Wachstum Zeit braucht, dass Veränderung natürlich ist und dass auch nach schwierigen Phasen neue Möglichkeiten entstehen können.

Jede Episode bringt euch konkrete Erkenntnisse mit, die ihr direkt in euren Alltag integrieren könnt – ohne Patentrezepte, aber mit fundierten Ansätzen aus der systemischen Paartherapie.

Wo steht eure Beziehung gerade?
Findet es mit dem kostenlosen Beziehungscheck heraus. In nur 20 Minuten bekommt ihr mehr Klarheit über eure Stärken und Entwicklungsfelder als Paar.
Den Beziehungscheck und weitere Impulse findet ihr auf https://www.thorsten-koecher.de/beziehungscheck/utm_source=podcast&utm_medium=podcastbeschreibung

von und mit Thorsten Köcher

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